Der Spiegel schreibt über eine Studie von Prof. Astrid Kaiser, die nachzuweisen meint, dass der Vorname eines Kindes negativ beeinflussen kann, wie seine Leistungen von Grundschullehrkräften bewertet werden. Offenbar ist diese Benachteiligung bei Jungen und ihren Vornamen ein stärkeres Phänomen als bei Mädchen / weiblichen Vornamen. Es heißt dort (im Artikel) unter anderem:
Warum aber sollten die Vorurteile von Lehrern bei der Bewertung von Jungen eine Rolle spielen, bei Mädchen aber nicht?
Kaiser erklärt das unter anderem damit, dass auch die Vorurteile gegen
weibliche Vornamen weniger deutlich ausgeprägt seien. In der Studie
selbst heißt es etwas umständlich: "Für den tatsächlichen Nachweis der
differenten Bewertung einer Textgrundlage in Abhängigkeit des
Schülergeschlechts wäre eine Replikationsstudie unter cross-gendered
Kriterien zwingend erforderlich." Kurz: Wir wissen es nicht, wir müssen
weiter forschen.
*hüstel*. Ist vielleicht die Frage erlaubt, ob das was damit zu tun haben könnte, dass in Grundschulen zum allergrößten Teil weibliche Lehrkräfte arbeiten, d.h. weder ein ausgeglichenes Geschlechterverhältnis bei den Lehrkräften herrscht, noch diese aus rein vorurteilsfreien Engeln bestehen? Oder aus Engeln, die ihre Vorurteile wenigstens brav über beide Geschlechter gleich verteilen?
Zugegeben, ich habe die Studie nicht gelesen (vielleicht hat man ja in der Statistik dies bereits berücksichtigt). Aber das soetwas naheliegendes nichtmal erwähnt wird, wundert mich doch sehr. Ich gestatte mir zu unterstellen, dass diese Vermutung einen vorderen Listenplatz eingenommen hätte, wäre die Situation an der Gender-Achse gespiegelt.